Arche - Kinder- und Jugendärzte
Arche - Kinder- und Jugendärzte
Gemeinschaftspraxis Clemens Bürger und Christian Steuber
HOME   ·  KONTAKT   ·  ADRESSE   ·  IM NOTFALL
Praxen am Gleis 1

Ist Fieber gefährlich?

Von Fieber spricht man ab einer Körpertemperatur von 38 Grad Celsius (rektal, also im Po, gemessen) und mehr. Im Ohr gemessene Werte sind oft fehlerhaft.

Fieber ist eine typische Begleiterscheinung von Erkrankungen und tritt gerade bei Kindern häufig auf, besonders in den ersten 4 Lebensjahren. Es ist eine natürliche Abwehrreaktion unseres Körpers auf Krankheitserreger wie Viren, Bakterien und Pilze.

Für unser Immunsystem ist Fieber von Nutzen, da es bei hohen Temperaturen besser funktioniert. Es werden nachweisbar mehr Antikörper zur Immunabwehr gebildet, wenn man "heiß" ist. Krankheitserreger dagegen fühlen sich bei hohen Temperaturen gar nicht wohl, da diese sich an unsere normale Körpertemperatur angepasst haben.

Fieber ist also nicht gefährlich, sondern hilft unserem Körper. Fieber steigt nur sehr selten über 41°C und selbst dann stellt es keine Gefahr dar. Auch geht Fieber irgendwann von alleine wieder runter und bedarf ansich keiner eigenen Behandlung durch fiebersenkende Medikamente wie Ibuprofen oder Paracetamol. Dies macht nur Sinn, wenn Ihr Kind leidet: bei Schmerzen oder wenn das Fieber so hoch ist, dass es sich nicht mehr gut anfühlt (oft ab ca 39,5-40°). Herzrasen oder Schlappheit sind typische Begleitzeichen von hohem Fieber und auch an sich nicht gefährlich.

Entgegen weit verbreiteter Meinung (Fieberangst) handelt es sich bei Fieber also nicht um einen eingebauten Selbstzerstörungsmechanismus unseres Körpers sondern um eine sinnvolle Abwehrreaktion.

Medikamente wie Ibuprofen oder Paracetamol, die Umgangssprachlich gerne als Fiebermittel bezeichnet werden, sind in erster Linie Schmerzmittel, deren Nebenwirkung es ist, dass das Fieber ebenfalls sinkt.

Geben Sie Ihrem Kind Ibuprofen oder Paracetamol, wenn es bei einer Erkrankung Schmerzen äußert (Ohrenschmerzen, Halsschmerzen, Kopfschmerzen, etc.) oder Sie vermuten, es könnte Schmerzen haben. Machen Sie die Gabe dieser Medikamente nicht abhängig von der Temperatur auf Ihrem Thermometer.
Ein Kind mit Schmerzen darf gerne schon bei 38,2°C Ibuprofen bekommen, während das Kind, das bei 40,2°C fröhlich im Zimmer mit seinen Autos spielt, keines Medikamentes bedarf.

Worauf Sie achten sollten ist das Befinden Ihres Kindes, denn Fieber ist immer Zeichen einer Erkrankung und diese kann durchaus in seltenen Fällen gefährlich werden.

Wenn Ihr Kind also fiebert und Sie sich Sorgen machen, da es ihm schlecht geht, apathisch wirkt, kurzatmig ist oder andere schwerwiegende Beschwerden hat, dann suchen Sie bitte einen Arzt auf. Auch sollten Sie Ihren Kinderarzt aufsuchen, wenn Ihr Kind länger als drei Tage fiebert, ohne das Sie den Grund dafür kennen (kein Husten, kein Schnupfen, kein Durchfall oder Erbrechen, etc.).

Moderne Gerüchte:
Das Kinder durch das Zahnen Fieber bekommen ist ein Gerücht. Genauso wenig ist Zahnen verantwortlich für Durchfall, Erbrechen, Schnupfen, Husten oder ähnliches.
Kinder die Zahnen haben evt. leichte Schmerzen im Bereich der Zahnleiste, was zu einigen schlaflosen Nächten führen kann.

Bei gleichzeitig auftretendem Fieber oder anderen Empfindlichkeitsstörungen handelt es sich meist um Zeichen für eine banale Erkrankung. Da die Zähne zeitgleich mit dem Wegfall des "Nestschutzes" sichtbar werden und sich Ihr Kind zu dieser Zeit tagtäglich mit vielen neuen Erregern der Alltagsumgebung auseinandersetzen muss, hat es häufig etwas "Temperatur" oder Fieber ohne sichtbaren Grund. Andere Beschwerden fehlen bei diesen kurzen Immunabwehrreaktionen des Körpers meist. Also "schiebt" man es fälschlicherweise auf das Zahnen.... Bei schwerwiegenden anderen Beschwerden sollten Sie uns allerdings aufsuchen.



« zurück